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Das Regenwasser wurde mit den Güllefässern abgepumpt und in den Ringkanal wieder abgelassen oder auf Flächen und in Gräben gepumpt, die noch Wasser fassen konnten. Foto: Goldenstein (Kreisfeuerwehr Aurich)
RZ. Südbrookmerland - 11. September 2021

48 Notrufe wegen Starkregen

Großeinsatz mit 120 Feuerwehrleuten

Über Teile der Gemeinde Südbrookmerland (Landkreis Aurich) ging am Freitagabend ein 45 Minuten lang anhaltender Starkregen hernieder. Teilweise war eine Sicht unter einem Meter vorhanden, sodass auf einigen Straßen der Verkehr zum Erliegen kam. In 48 Notrufen wurde über in Wohnhäuser eindringendes Wasser berichtet. 120 Feuerwehrleute sowie Landwirte und Anwohner kämpften bis 2.30 Uhr in der Nacht gegen die Wassermassen.

Ab 18.23 Uhr ging bei der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland ein Notruf nach dem anderen ein, überwiegend aus Moordorf. Daraufhin wurde die Freiwillige Feuerwehr Südbrookmerland mit allen fünf Ortsfeuerwehren (Wiegboldsbur, Victorbur, Uthwerdum, Oldeborg, Münkeboe-Moorhusen) alarmiert. Zahlreiche Straßen und unzählige Grundstücke waren in einem derartigen Ausmaß überschwemmt, dass zu den eingesetzten Pumpen der Feuerwehren auch Güllewagen von Lohnunternehmen angefordert wurden, so Manuel Goldenstein, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Aurich. Zudem machten sich mehrere Landwirte unaufgefordert mit Güllewagen auf den Weg in das betroffene Gebiet. Die Güllefässer haben eine enorme Saugkraft und können mehrere Tausend Liter Wasser aufnehmen. Zudem brachten Privatleute zwei Pumpen, die ebenfalls zum Einsatz kamen.

Insgesamt 15 Traktoren mit Güllefässern waren in West-Victorbur, Süd-Victorbur, Theene, Moorhusen und Moordorf unterwegs. Das Regenwasser wurde mit den Güllefässern abgepumpt und in den Ringkanal wieder abgelassen oder auf Flächen und in Gräben gepumpt, die noch Wasser fassen konnten. Vereinzelt wurden Häuser durch die Feuerwehr mit Sandsäcken geschützt.

In zwei Straßen, Richelweg und "Am Winkel", musste der Energieversorger EWE sicherheitshalber den Strom abstellen, da Stromunfälle drohten. Das Wasser stand nach Angaben der Feuerwehr in einigen Häusern bis zu 40 Zentimetern hoch. Ein Wohngebäude wurde so stark überflutet, dass es gegenwärtig nicht mehr bewohnbar ist. Die zwei Bewohner haben sich eigenständig um eine Übernachtungsmöglichkeit gekümmert.

Auch außerhalb von Südbrookmerland kam es zu Alarmierungen von Feuerwehren. Einsätze waren in Haxtum, Marienhafe und Osteel erforderlich.

Foto: Goldenstein (Kreisfeuerwehr Aurich)
Foto: Goldenstein (Kreisfeuerwehr Aurich)
Foto: Goldenstein (Kreisfeuerwehr Aurich)

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