Telefonbetrug im großen Stil

Ältere Dame zahlt 60.000 Euro an Kriminelle


Schockanrufe: Kriminelle haben eine 72-Jährige aus dem Landkreis Leer um 60.000 Euro erleichtert.  © Foto: Stratenschulte (dpa)
Schockanrufe: Kriminelle haben eine 72-Jährige aus dem Landkreis Leer um 60.000 Euro erleichtert. © Foto: Stratenschulte (dpa)

Eine 72-jährige Frau aus dem Overledingerland ist das Opfer eines sogenannten Schockanrufes geworden. Die Dame wurde von Kriminellen um 60.000 Euro erleichtert. 

Wie die Polizei heute mitteilte, gaben in einem ersten Telefonat die noch unbekannten Täter sich als Beamte der Polizei Hamm aus und sagten der Frau, dass  ihr Sohn angeblich einen tödlichen Unfall verursacht hätte. Damit der Sohn nicht ins Gefängnis müsse, sei die Zahlung einer fünfstelligen Kaution zwingend erforderlich. Die Geschädigte sagte die Zahlung der Kaution zu und teilte mit, das Geld von der Bank zu holen. Die Täter forderten die Frau auf, alles zu holen, was verfügbar sein, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. 

Zudem gab die 72-Jährige ihre Mobilfunktelefonnummer preis, so dass sie durchgehend für die Täter erreichbar war. Das nutzen die Kriminellen aus, um den Druck auf die Frau zu erhöhen. Dabei erhielt die Rentnerin weitere Anrufe, in denen sich die Täter als weitere Amtspersonen ausgaben - unter anderen auch als Richter. 

Nachdem das Opfer unbemerkt aus einem persönlichen Schließfach  60.000 Euro abgeholt hatte, teilte man ihr mit, dass dieses Geld von einem Richter des Amtsgerichtes bei ihr abgeholt würde. Tatsächlich erschien dann auch ein Mann an der vom Opfer genannten Adresse und holte den Betrag ab. 

Ebenso fragten die Täter unter dem Vorwand einer angeblichen Rücküberweisung der "Kaution" nach der Kontonummer des Opfers, die auch noch herausgegeben wurde. Der Frau wurde außerdem eine "Schweigepflicht" von insgesamt 24 Stunden auferlegt. Kurz nach der Tat hatte die Frau Kontakt zu ihrem Sohn und bemerkte, dass sie betrogen wurde.

Die Polizeiinspektion Leer/Emden weist in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Polizeidienststellen und Verfolgungsbehörden in Deutschland keine Kautionszahlungen nach schweren Unfällen am Telefon verlangen. Die Polizei und die Verfolgungsbehörden fordern keine Sofortbargeldzahlungen am Telefon und holen auch keine Geldsummen persönlich bei Angehörigen ab. 

Es wird ausdrücklich noch einmal darauf hingewiesen, dass es zwingend erforderlich ist, diese und auch andere Arten von Telefonbetrugstaten mit älteren Angehörigen, Eltern und Großeltern intensiv zu besprechen. Es wird empfohlen innerhalb der Familie eine Absprache zu treffen, wie im Falle eines versuchten Telefonbetruges zu verfahren ist. Informationsbroschüren und Rat können Interessierte bei den Präventionsstellen der Polizei erhalten. Auch besteht die Möglichkeit, Informationen und Broschüren online auf www.polizei-beratung.de zu bekommen.